Sean O'Malley hat sich für einen Wunschgegner, nicht für einen Wunschtermin entschieden. Frisch nach seinem Sieg gegen Aiemann Zahabi erklärt der ehemalige Bantamgewichts-Champion, er könne sich zurückhalten, falls Geduld letztendlich zu einem weiteren Kampf gegen Petr Yan führe. Die Bedingung ist klar: Yan müsste zunächst seinen Titel gegen Merab Dvalishvili in der Trilogie verteidigen, die voraussichtlich den Abschluss ihrer Serie bilden wird.
Die Präferenz beruht auf dem Titelstatus und der gemeinsamen Geschichte. O'Malley hat Yan bereits bei UFC 280 knapp nach Punkten besiegt, doch der Russe hält nun den Titel in dieser Gewichtsklasse. Ein zweiter Kampf würde die Rollen des ersten Aufeinandertreffens umkehren und Yan die Möglichkeit geben, das umstrittene Ergebnis zu revanchieren. O'Malley ist überzeugt, dass diese Kombination stark genug ist, um zu warten, anstatt einen anderen Kampf anzunehmen, nur um aktiv zu bleiben.

Der Plan hängt von einer anderen Rivalität ab.
O'Malley wurde nichts versprochen. Nach den jeweils zwei Siegen in den vorherigen Kämpfen steht zunächst ein weiteres Aufeinandertreffen zwischen Yan und Dvalishvili an, und ein drittes Duell wird als wahrscheinliche Option diskutiert. Yan hat seit Dezember nicht mehr gekämpft, da er sich nach seinem Sieg, der ihm die Meisterschaft zurückbrachte, einer Rückenoperation unterziehen musste. Der dritte Kampf wird in den verbleibenden Monaten dieses Jahres erwartet, war aber in dem Bericht, der O'Malleys Kommentare enthielt, noch nicht offiziell im Kalender vermerkt.
Diese Unsicherheit ist der Grund, warum seine Aussage eher eine Bereitschaft zum Abwarten als ein bestätigter Titelkampfplan ist. Sollte Yan gegen Dvalishvili verlieren, wäre O'Malleys Wunschszenario hinfällig. Verzögert sich der Kampf, verlängert sich seine eigene Inaktivität. Er nimmt beide Risiken in Kauf, denn eine erfolgreiche Titelverteidigung von Yan würde den Champion einem Herausforderer gegenüberstellen, der ihn bereits besiegt hat. O'Malley hält diese Konstellation für zu verlockend, als dass die Promotion sie ignorieren könnte.
Der Fall hängt auch von O'Malleys aktueller Form ab. Sein Sieg gegen Zahabi im Weißen Haus baute seine Siegesserie auf zwei aus und brachte ihn zurück ins Titelrennen. Zwar wurde er dadurch nicht offiziell zum Herausforderer ernannt, doch verschaffte er ihm neue Argumente: O'Malley kann auf seine jüngsten Erfolge verweisen und gleichzeitig ein kommerzielles Argument für eine Neuauflage eines der umstrittensten Siege seiner Karriere vorbringen.
Warum er den Rückkampf als den größten bezeichnet
O'Malley sieht seinen Titelverteidigungskampf gegen Marlon Vera als aktuellen Maßstab im Bantamgewichts-Business. Er begründet diese Einschätzung mit den Zuschauerzahlen und den Einnahmen, die dieser Kampf generiert hat. Seiner Einschätzung nach würde ein Titelrückkampf gegen Yan diesen Erfolg noch übertreffen. Das ist zwar noch die Prognose eines Boxers und keine offiziellen Verkaufszahlen für eine Veranstaltung, die noch gar nicht stattfindet, aber es erklärt, warum er bereit ist, auf einen sofortigen Verdienst zu verzichten, um später die Chance auf eine höhere Gage zu haben.
Ihr erstes Aufeinandertreffen veränderte O'Malleys Karriere. Das geteilte Urteil bei UFC 280 führte ihn zu Aljamain Sterling, den er besiegte und sich den Titel sicherte. In seiner ersten Titelverteidigung revanchierte er sich dann an Vera. Yans Weg führte ihn zurück zum Gürtel, was ein potenzielles Rematch mit mehr Einsatz für beide Kämpfer ermöglicht. O'Malley würde versuchen, seinen Titel zurückzuerobern; Yan könnte das Ergebnis anfechten, das seinen Rivalen an die Spitze gebracht hat.
Der noch ungeklärte Name ist Dvalishvili. Würde man O'Malley gegen Yan als unvermeidlich betrachten, würde man den Herausforderer ausschalten, der eigentlich zuerst gegen den Champion antreten sollte. O'Malley plant das jedoch anders. Sein Wunschkampf ist ausdrücklich an Yans Sieg in der Trilogie geknüpft. Solange diese Bedingung nicht erfüllt ist, ist er lediglich ein ehemaliger Champion, der seine Präferenz äußert, nicht aber Inhaber eines unterschriebenen Meisterschaftsvertrags.
- Mit aufeinanderfolgenden Siegen meldete sich O'Malley zurück im Titelrennen, zuletzt durch einen Sieg gegen Zahabi.
- Ein dritter Kampf zwischen Yan und Dvalishvili dürfte vor einer möglichen Titelchance für O'Malley stattfinden.
- Der gewünschte Rückkampf passt nur dann in O'Malleys Plan, wenn Yan danach noch Champion ist.

| Notwendiger Schritt | Auswirkungen auf O'Malleys Plan |
|---|---|
| Yan trifft erneut auf Dvalishvili. | O'Malley wartet ab, anstatt einen weiteren sofortigen Gegner zu fordern. |
| Yan behält die Meisterschaft | Die UFC könnte eine Fortsetzung ihres umstrittenen UFC 280-Kampfes in Erwägung ziehen. |
Warten wird oft als Untätigkeit beschrieben, doch hier handelt es sich um eine bewusste Entscheidung mit erkennbaren Konsequenzen. O'Malley könnte Zeit verlieren, falls der dritte Kampf ausfällt, und er hat keine Garantie, dass Yan gewinnt. Dennoch setzt er darauf, dass die Meisterschaftsaussichten, die umstrittene erste Entscheidung und die jeweilige Zugkraft der beiden Kämpfer den Kampf hervorbringen werden, der ihm am wichtigsten ist. Der nächste Schritt liegt bei Yan und Dvalishvili; O'Malley ist bereit, ihn abzuwarten, bevor er selbst an der Reihe ist.
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